Auf Basis eines Vertrages, im Rahmen der Umsetzung der EG-Wasserrahmenrichtlinie in Schleswig-Holstein, zwischen dem Land Schleswig-Holstein, vertreten durch das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume und dem Landessportfischerverband Schleswig-Holstein e.V., wurde am 01.04.2008 eine landesweite Fischereiberatung eingerichtet.

Der LSFV verfügt über eine leistungsfähige Geschäftsstelle, um die Anforderungen eines Dachverbandes sachgerecht gegenüber seinen Mitgliedern, staatlichen Institutionen, anderen Verbänden und gegenüber der Öffentlichkeit wahrnehmen zu können. Seit 2004 wird vom LSFV über die „Hegegemeinschaft Gewässersystem Nord-Ostsee-Kanal“ eine auf Kontinuität angelegte, gebietsbezogene Fischereiberatung für Berufs-, Nebenerwerbsfischer und Angelfischer, sowie Behörden, Verbände und sonstige mit fischereilichen Belangen befassten Institutionen angeboten.

Die Resonanz auf das Beratungsangebot war sehr positiv. Verglichen mit anderen Landesteilen Schleswig-Holsteins ist die Datenverfügbarkeit bezüglich der Fischfauna im Einzugsgebiet des Nord-Ostsee-Kanals mittlerweile überdurchschnittlich hoch. Die Kommunikation zwischen Fischereiausübenden und Fischerei-, Wasser- und Naturschutzbehörden ist in beide Richtungen intensiv und sachorientiert. Bezüglich der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) und der fischereilichen Hege im Sinne des Fischereigesetzes für das Land Schleswig-Holstein (LFischG) können die Fischereiausübenden aufgrund des umfangreichen Beratungsangebotes im hohen Maße konstruktive Beiträge leisten. Als Konsequenz der positiven Erfahrungen hat der LSFV eine landesweite Fischereiberatung eingerichtet. Auf diese Weise läßt sich eine Vielzahl bestehender Probleme lösen und enorme Synergien durch die effektive Zusammenarbeit zwischen Fischereiausübenden, Behörden und anderen Institutionen erreichen. Die Finanzierung des Vorhabens war mit Mitteln des MLUR, Abteilung Wasserwirtschaft, der Fischereiabgabe und einem Eigenanteil des LSFV möglich.

Anlaß für die Fischereiberatung

Für die Beurteilung des Zustands der Gewässer nach Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) sind für Seen und Flüsse die aktuellen Fischpopulationen nach standardisierten Methoden zu ermitteln. Die nach Artikel 8 EG-WRRL bereits Ende 2006 aufgestellten Programme zur Überwachung des Zustands der Gewässer (Monitoring) können aus Kostengründen nicht flächendeckend in allen Gewässern nach den aufwändigen wissenschaftlichen Bewertungsverfahren erfolgen. In den nicht untersuchten Gewässern müssen demnach weiterhin entsprechende Schätzungen erfolgen, die durch Fang- und Besatzstatistiken sowie anzufertigende und zu aktualisierende Hegepläne der Fischereiausübungsberechtigten (FAB) untermauert werden können. Seitens der FAB besteht ein hohes Interesse teilzuhaben an der Planung, Umsetzung und Kontrolle der Revitalisierungsmaßnahmen sowie der Herstellung der Durchgängigkeiten der Gewässer, einem ausdrücklichen Ziel der WRRL. Durch die Verknüpfung der Untersuchungsergebnisse können die FAB ihr Fischereimanagement optimieren. Die korrekte Erstellung, Umsetzung und Fortentwicklung der Hegepläne erfordern eine fachliche Beratung, die im Interesse des Landes, des LSFV und vor allem der Mitglieder der Angelvereine ist.

Ziele der Fischereiberatung

Ziel des Vertrages ist es, die inzwischen bereits gut entwickelte fachliche Beratung der FAB durch den LSFV zu erhalten und erforderlichenfalls zu verstärken. Dabei wird auf den bisherigen Erfahrungen, auch aus dem Beratungsgebiet Gewässersystem Nord-Ostsee-Kanal, aufgebaut. Ziel ist weiter der Informations- und Datenaustausch zwischen den FAB, dem Land und dem LSFV zum Nutzen aller Beteiligten.

Aufgaben des Fischereiberaters (Dipl.-Biol. Martin Purps)

  1. Begleitung des WRRL-Fischmonitorings
    • Information der betroffenen Fischereiausübungsberechtigten (FAB) über das WRRL-Fischmonitoring
    • Kontaktherstellung zwischen den Auftragnehmern (AN) für das Fischmonitoring und den betroffenen FAB und Bereitstellung von Erkenntnissen der FAB zur Fischfauna der beprobten Gewässer für die AN (soweit verfügbar)
    • Befischungen und Mitarbeit bei Befischungen im Rahmen von Sonderuntersuchungen des WRRL/FFH-RL-Fischmonitorings
  2. Beratung
    • Beratung der FAB bei der Erstellung von Hegeplänen
    • Förderung der Bildung von Hegegemeinschaften, die nach Möglichkeit größere Gewässersysteme umfassen.
    • Mithilfe bei der Erstellung und Abstimmung des Hegeplans in Hegegemeinschaften.
    • Beratung der FAB in der LSFV Geschäftsstelle zu bestimmten Besprechungszeiten
  3. Informations- und Datenaustausch
    • Zuarbeiten zum WRRL-Datenmanagement, inkl. Bereitstellung der Fang- und Besatzstatistiken der FAB für das LLUR zur Ergänzung des Fischmonitorings
    • Bereitstellung der Ergebnisse des WRRL-Fischmonitorings an die FAB (soweit gewünscht)
    • Aufarbeitung/Einstellung der Ergebnisse der Erkenntnisse und Daten aus den WRRL-Fischmonitorings im Internet des LSFV
  4. Verwaltungsaufwand und Fortbildung
    • Organisation und Verwaltung
    • Fortbildung: Hegepläne, Umsetzung WRRL- Fischmonitoring

Aufgabenverteilung

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