Die LSFV-Geschäftsstelle ist vom 22. Dezember bis 2. Januar geschlossen!

 

Ab April 2016 begann die 3. Fortführung des Projektes Fischereiberatung in Schleswig-Holstein als Gemeinschaftsprojekt mit Mitteln der Wasserwirtschaftsverwaltung (40%) und Mitteln aus der Fischereiabgabe des Landes (60%) mit einer deutlich programmatischer ausgerichteten Aufgabenstellung:

A - Laufende und bedarfsorientierte Tätigkeiten:
-Einzelfallbezogene Fischereiberatung, auf Anfrage durch Angelvereine, Berufsfischer, Behörden und Verbände

-Beteiligung an organisatorischen und verwaltungstechnischen Vorgängen beim LSFV

-Beteiligung an WRRL-AG und bei der Erstellung von FFH-Managementplänen (z.B. am Ihlsee), nur auf Anfrage durch Angelvereine

-Kurze Aufnahme von Fischsterben und fachliche Beratung von Angelvereinen bei lokalen Gewässerverunreinigungen

-Betreuung der ab 2016 im Rahmen eines gesonderten Projektes geplanten Erstellung eines digitalen Fischereirechtskatasters für SH, inkl. GIS Aufbereitung

-Unterstützung des LLUR beim Datenmanagement von Hegeplänen

-Unterstützung des LLUR beim Datenmanagement für das deutsche Aalmodell

B - Einzelaufgaben:

Wiederansiedlungsprojekte: In einigen Bächen sind Fischarten durch lange zurückliegende Belastungen verschwunden. Aufgrund der isolierten Lage oder der geringen Ausbreitungsmöglichkeiten gerade von Kleinfischarten besteht wenig Potenzial für eine zeitnahe natürliche Wiederbesiedlung, auch wenn die zurück gegangene stoffliche Belastung und das Habitatangebot durch strukturverbessernde Maßnahmen nun einen dauerhaften Bestand dieser Arten ermöglichen würden. Aufgrund der Ergebnisse des WRRL-Fischmonitorings liegen Erkenntnisse vor, an welchen Gewässern Referenzarten seit längerem fehlen. Es werden die Gewässer bzw. Wasserkörper und die jeweiligen Arten in Abstimmung mit dem LLUR ausgewählt. Es erfolgt eine konkrete Ansprache an die jeweiligen Fischereiausübungsberechtigen bzw. Hegepflichtigen, den künftigen Fischbesatz an den Referenzen der WRRL oder an eine naturnahe Zusammensetzung der Fischzönose auszurichten. Die Hegepflichtigen berücksichtigen die fehlenden oder unterrepräsentierten Arten bei ihrer Besatzplanung; der Fischereiberater leistet fachliche Hilfe. Je nach Fischart erfolgt an ausgewählten Abschnitten ein Besatz, der möglichst über drei Jahre erfolgt. Der quantitative Umfang des Besatzes ist an den morphologischen Bedingungen und potenziell zu erwartenden Verlusten, z.B. durch Prädation, auszurichten und soll den allgemein anerkannten Regeln der guten fachlichen Praxis beim Fischbesatz und insbesondere bei Wiederansiedlungsprojekten genügen.

Insbesondere für Elritze und Bachneunauge sind solche Wiederansiedlungsprojekte notwendig, z.T. auch für andere Arten, wie z.B. Hasel und Quappe. Für den Besatz sind grundsätzlich naturraumspezifische oder einzugsgebietsspezifische Quellen heranzuziehen. Die Planung der Maßnahmen soll in das über die Fischereiabgabe finanzierte Besatzprogramm „Fischhorizonte“ des Landes fachlich und finanziell integriert werden. Zur Umsetzung der Maßnahmen ist vom Fischereiberater im Dialog mit dem LLUR für jede Fischart eine gewässerscharfe Konzeption zu erstellen.

Ziel: Verbesserung des fischbiologischen Zustands durch Wiederansiedlung verschwundener Referenzarten. Ohne diese Projekte würden die Arten weiterhin im Bestand fehlen und damit auch eine verbesserte Fischbewertung gemäß EU-WRRL be- bzw. verhindern.

Management ausgewählter Fischarten:

Einige seltene, sensitive Fischarten lassen sich über ein Monitoring mit Standardmethoden schlecht erfassen. Dennoch sind diese Arten ökologisch bedeutend und indikativ für die Funktionsfähigkeit der Gewässer oder bestimmte Belastungen. Für die Einschätzung der regionalen Gefährdungssituation der Arten (z.B. Rote Liste) ist es erforderlich, Informationen aus verschiedenen Quellen zusammenzutragen. Die verstreuten Informationen zum Vorkommen, Laichfischfang, Besatz und ggf. Fängen von den relevanten Arten werden gesammelt und recherchiert. U.a. werden Besatzinformationen und Fischereidaten bei der oberen Fischereibehörde sowie dem Verband der Binnenfischer und Teichwirte gesammelt, jedoch nicht unbedingt aufgearbeitet. Zu den relevanten Arten zählen zunächst der Ostseeschnäpel, Große Maräne und die Quappe.

Ziel: Ein optimiertes Populationsmanagement für indikative, charakteristische und fischereilich genutzte Arten wird angestrebt.

Fachliche Auswertung der Informationen von Hegepflichtigen für mesotrophe Seen:

Nährstoffarme Seen gehören zu den besonders schützenswerten Seen in Schleswig-Holstein. Diese Seen sind jedoch besonders empfindlich gegenüber unangepassten Bestandsgrößen wühlender Fischarten, insbesondere des Karpfens, entsprechend sollte das fischereiliche Management dieser Arten auf die Schutzerfordernisse der Habitate ausgerichtet werden. Durch Auswertung vorhandener Unterlagen (Hegepläne etc.) sowie gezielte Ansprache der Hegepflichtigen an den mesotrophen Seen erhält der Fischereiberater Informationen zum Artenspektrum, dem Besatz und der Dominanz von Leitarten und potenziell konfliktträchtigen Arten (Karpfen, Brassen). Die Daten werden herangezogen, um eine Einschätzung des fischbiologischen Zustands vorzunehmen, sie geben Hinweise auf die potenzielle Rolle konfliktträchtiger Arten (Karpfen, Brassen) und die Aussichten möglicher seen-interner Biomanipulationsmaßnahmen. Sofern erforderlich erstellt der Fischereiberater ein Hegekonzept, das auf die seeangepasste Veränderung des bisherigen Fischereimanagements abzielt.

Es erfolgt anschließend eine Beratung zum Fischereimanagement an den nährstoffarmen Seen hinsichtlich eines der Referenz angepassten Fischbesatzes, mit dem Schwerpunkt der Förderung von Raubfischen und der Reduktion von wühlenden Fischarten, insbes. des Karpfens und der Art der Befischung,. Das LLUR Dezernat 43 benennt die mesotrophen Seen und führt eine Priorisierung durch. Für den Projektzeitraum 2016 bis 2022 werden vom LLUR bis zu 3 Seen für diese Aufgabe benannt.

Ziel: Beratung von Hegepflichtigen an mesotrophen Seen, um ein gewässerangepasstes und nachhaltiges Fischereimanagement zu fördern. Dieses orientiert sich an der Referenz und beachtet ebenso die Belange der Hegepflichtigen.

Eigenreproduktion der Forelle

Die Forelle ist als wichtige indikative Art sehr bedeutend für die Fischbewertung gemäß WRRL. Mit Kenntnissen zur Eigenreproduktion der Forellen können die Bewertung und der Schutz von intakten Wasserkörpern oder Bachstrecken sowie der angepasste Besatz künftig besser umgesetzt werden. Der Fischereiberater trägt alle bislang verfügbaren Informationen zur Eigenreproduktion der Forelle zusammen und recherchiert zukünftig, wo überdies eine natürliche Reproduktion von Forellen stattfinden könnte. Ein Fokus soll auf den kleinen Zuläufen liegen, in denen wichtige Laichgebiete auch für die Hauptgewässer existieren könnten. Eine Überprüfung von Hinweisen sollte insbesondere zur Laichzeit erfolgen, um Laichgruben zu sichten und deren Anzahlen und Lokalität zu erfassen.

Ziel: Verbesserter Schutz von Reproduktionshabitaten auch in den kleineren Bächen, die außerhalb des reduzierten Gewässernetzes liegen, sowie fachliche Zuarbeit für das Modul Forellenbesatz innerhalb des Programms „Fischhorizonte“.

Öffentlichkeitsarbeit

Fischereiausübende können von den Erfassungen, Bewertungen der WRRL und den Renaturierungsmaßnahmen profitieren und ggf. ihre fischereiliche Hege anpassen bzw. fundierter gestalten. Die Informationen aus den Monitoringaktivitäten nach WRRL, FFH und weiteren Vorhaben gelangen jedoch bislang nur wenig zu den Fischereiausübenden und können so auch nicht genutzt werden. Die Monitoringaktivitäten des Landes können entsprechend nicht wertgeschätzt werden. Die Darstellung und Vermittlung der Ergebnisse des Fischmonitorings im Auftrag des Landes und ggf. begleitende Aktivitäten an den Gewässern können durch den Fischereiberater addressatengerecht vorgenommen werden.

Ziel: Über die Webseiten des LSFV werden mehr als 50.000 Angler informiert und zur aktiven Mitarbeit angeregt; ferner erfolgt eine Weitergabe von Informationen auf lokaler Ebene im Rahmen laufender Kontakte zu den Hegepflichtigen.

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