Neuigkeiten 2009

Archivierte Neuigkeiten des Jahres 2009

Ab dem 14.12.2009 wird der etwa eine Woche andauernde Umzug der Oberen Fischereibehörde (Abteilung Fischerei des Landesamtes für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume) vom Kieler Seefischmarkt nach Flintbek erfolgen. In der Zwischenzeit kann es zu Übergangsproblemen bei der Erreichbarkeit kommen.

Neue Postanschrift:
 
Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume
-Abteilung Fischerei-
Hamburger Chaussee 25
24220 Flintbek

Neue Telefonnummern siehe „Fischereiverwaltung". E-mail-Anschriften bleiben erhalten.

Bei einer aktuellen Befischung auf Forellen- und Lachslaichfische konnten in der neu gestalteten Stör neben Meerforellen auch mächtige Lachse gefangen werden, 4 Männchen und 4 Weibchen. Die Weibchen hatten restlos abgelaicht, wahrscheinlich in den neuen Kiesstrecken der mittleren Stör.

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Kurse in Gebärdensprache

Die meisten von uns machen sich kaum Gedanken darüber, wie es Menschen mit einem Handicap ergeht, die z.B. einen Führerschein oder einen Fischereischein machen wollen. Wer kann sich schon vorstellen, welche Barrieren sich für diese Personengruppe in diesen Situationen  auftun?

Das Theodor-Schäfer-Berufsbildungswerk (TSBW) in Husum und der Kreisanglerverband Nordfriesland haben jetzt vor diesem Hintergrund ein Projekt gestartet, bei dem gehörlose junge Leute gemeinsam mit hörenden Menschen die Fischereischeinausbildung durchlaufen können.

Wasser- und Schifffahrtsamt Kiel-Holtenau

Erneuerung der Weichendalben des NOK in den Kanalweichen Königsförde, Audorf, Rade und Schülp

Der im letzten Jahr in der Kanalweiche Groß Nordsee sowie im Nord- und Binnenhafen Kiel mit Erfolg begonnene Ersatz stark geschädigter und verwitterter Holzbündeldalben durch speziell gefenderte Stahlrohre wird ab Anfang November 2009 in den Kanalweichen Königsförde und Audorf fortgesetzt.

In der Kanalweiche Königsförde wurden im November 2008 bereits fünf Weichendalben der neuen Bauart gerammt. In dem jetzt anlaufenden Bauabschnitt werden nun die restlichen insgesamt 44 Stück 16-pfähligen Holzbündeldalben durch 35 Stahldalben mit Kunststoff- und Elastomerfenderung ersetzt.

Eigenständige Fischereierlaubnisscheine für Kinder im NOK, ELK und der Elbe werden nicht mehr extra ausgestellt. Vorhandene Scheine sollen in einer Übergangszeit bis Ende 2010 auslaufen. Auf dieses Ergebnis einigten sich auf einer Arbeitssitzung am 29.10.2009 Vertreter/innen von WSV, LSFV und Fischereibehörde (LLUR).

Dieses Thema musste geklärt werden, da bei Fischereischeinkontrollen immer noch mal wieder die vor Jahren vom LSFV ausgegebenen eigenständigen Kinder-Angelerlaubnisscheine auftauchen. Seinerzeit war strittig, ob die bisherige Formulierung, nach der der Erlaubnisschein eines Erwachsenen bis zu drei Kinder mit umfaßt, rechtmäßig war. Damit wurde nicht die Zahl der erlaubten Ruten erhöht, sondern die Zahl der möglichen Nutzer der Ruten. Zunächst ging die Verwaltung von einem unzulässigen Vorgehen aus, deshalb wurde die Kinder-Erlaubnisscheine geschaffen, dann aber wurde die Praxis vom Ministerium schriftlich als ordnungsgemäß bestätigt. Somit dürfen Kinder wieder auf dem Erlaubnisschein eines Erwachsenen mit angeln. Noch mal zur Verdeutlichung: Die dort erlaubte Rutenzahl darf jedoch nicht überschritten werden!

Dieser Besprechungspunkt war einer von vielen mit denen sich die Arbeitsgruppe zu beschäftigen hatte. Aus anglerischer Sicht wollen wir kurz berichten, was der Fischereibiologe Rüdiger Neukamm zu den aktuellen Ergebnissen der diesjährigen Fischbestandserhebungen an den WSV-Gewässern vortrug.

Er konnte feststellen, dass unsere Aal-Besatzaktionen sichtbare Verbesserungen erbracht haben. So wurde nicht nur die absolute Zahl der gefangenen Aale stabilisiert, sondern vor allen Dingen wieder ein solider Altersaufbau gefunden. Auch in der Elbe, die das erste Mal intensiver untersucht worden ist, konnten gute Bestände nachgewiesen werden.

Im NOK sind gute Nachwuchsjahrgänge bei den Zandern vorhanden. In den älteren Jahrgangsgruppen sind die Bestände eher mittelmäßig, wobei sie durch die guten Futtergrundlagen, insbesondere durch die sich enorm in der Verbreitung befindlichen Schwarzmundgrundeln auch gut im Futter stehen und viel schwerer zu angeln sind.

Das Ausbreitungsverhalten der Schwarzmundgrundeln im NOK soll in einem Forschungsprojekt der Uni Hamburg noch intensiver untersucht werden. Dabei soll vor allen Dingen ihre Wirkung auf andere Fischpopulationen und ein mögliches Eindringen in die Zuflüsse (Süßwasser) intensiver erforscht werden.

Der Karpfenbesatz trägt langsam Früchte, da mittlerweile bei fast jedem Gemeinschaftsfischen ein bis zwei Exemplare gefangen werden. Der geplante Quappenbesatz musste auf Grund von Diebstahl in diesem Jahr im Kanal noch etwas verhaltener erfolgen, während er in den Zuläufen im geplanten Umfang statt fand. Die Ostseeschnäpel zeigen die Tendenz zur Verbreitung bis in den Rendsburger Raum. Auch der massenhafte Flunderbestand lässt sich aktuell mit vielen stattlichen Exemplaren gut beangeln.

Im ELK ist die Zanderpopulation zurück gegangen, wogegen die Hechte zahlen- und größenmäßig sehr gute Bestände aufweisen. Die Karpfenpopulation ist offensichtlich recht inhomogen. Sorge bereitet der Weißfischbestand, der unnatürlich gering ist. Erstaunlicherweise sind Fluß- und Kaulbarsche in hoher Anzahl vorhanden. Von einem Besatz wird aktuell aber noch Abstand genommen, da er einerseits behördlich nicht genehmigungsfähig ist und andererseits gehofft wird, dass er sich eigenständig in den nächsten ein bis zwei Jahren wieder erholt. Konkrete Ursachen sind nicht bekannt.

Der Fischbestand in der Elbe war überraschend gut. Es konnten viele Fischarten in allen Größenspektren nachgewiesen werden, wobei es von kapitalen Zandern über dicke Aale bis hin zu kräftigen Rapfen reichte. Selbst Neunaugenquerder konnten mit dem E-Fischgerät gefangen werden. Der Weißfischbestand war sehr gut, so dass eine Auffrischung des ELK-Bestandes über die Lauenburger Schleuse gute Aussichten hat. Das Wanderungsverhalten der Aale zwischen ELK und Elbe soll im Bereich Lauenburg noch intensiver untersucht werden.

Bei den Befischungen in der Elbe klappt die Zusammenarbeit mit dem Berufsfischer Panz genauso ausgezeichnet wie am NOK mit den beiden Fischern Kardel und Brauer. Die anspruchsvollen Monitoringaufgaben für die Aaluntersuchungen wären ohne eine funktionierende Zusammenarbeit nicht durchführbar. Leider lassen sich aktuell wegen der geringen Wasserabflussmengen und häufiger Reparaturarbeiten in Brunsbüttel aber nicht alle geplanten Abfischungen an den NOK-Außenschleusen umsetzen. Gegen Naturgewalten und bautechnische Notwendigkeiten ist kein Kraut gewachsen.

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