Die LSFV-Geschäftsstelle ist vom 22. Dezember bis 2. Januar geschlossen!

Jedes Jahr im Herbst steigen viele Salmoniden wie Lachse und Meerforellen aus dem Meer zum Laichen die schleswig-holsteinischen Flüsse wie Stör, Bramau, Treene und Trave hinauf. Allerdings finden sie in den Oberläufen kaum noch geeignete, grobkiesige Laichhabitate, um ihre Eier abzulegen. In unserer Kulturlandschaft wurden über lange Zeiträume die Fließgewässer umgebaut. Bachläufe wurden begradigt, Gewässersohlen wurden ausgehoben und Querverbauungen wie Sohlabstürze wurden eingebaut. Die Sedimentfracht nahm durch die nun instabilen Gewässersohlen zu und Querverbauungen behinderten die Wanderfische bei ihrem Aufstieg zu den Laichgründen. Der abgelegte Laich hatte vielerorts keine Chance mehr zum Fisch heranzuwachsen und erstickte schon im Ei-Stadium. Der Lachs war Mitte des vergangenen Jahrhunderts fast komplett aus unseren Fließgewässern verschwunden und auch um die Meerforellen stand es schlecht. Und da kamen die Angler ins Spiel.

Seit mehr als 35 Jahren kümmern sich Angler des Landessportfischerverbandes Schleswig-Holstein (LSFV S-H) um den Bestand der Salmoniden. Jahr für Jahr steigen viele freiwillige Helfer in den Vereinen an den Herbstwochenenden in ihre Boote, um beim Elektrofischen schonend laichreife Lachse und Meerforellen zu fangen.

An der Stör sorgen die Ehrenamtler der Arbeitsgemeinschaft (Arge) Stör-Bramau, allen voran Lachsvater Hartwig Hahn aus Aukrug, dafür, dass die Bestände wieder wachsen. Bei einem Termin zum Laichfischfang waren neben Gästen aus Kreisverbänden und einem Kamerateam von Angeln plus/Blinker auch die Bundestagsabgeordnete Gyde Jensen und der Landtagsabgeordnete Dennys Bornhöft (beide FDP) dabei, um sich von der Arbeit und unserem Bruthaus ein Bild zu machen.

Die laichreifen Rogner (Weibchen), die die Eier liefern, und die Milchner (Männchen) werden von den Helfern der Arge am LSFV-Bruthaus in Aukrug schonend abgestreift, so dass Eier und Samen gewonnen werden. Nachdem sich die Elterntiere erholt haben, werden sie zurückgesetzt. Die befruchteten Eier werden anschließend zum Ausbrüten in speziellen Brutrinnen aufgelegt. Gleiches geschieht auch im Bruthaus der Teichwirte und Binnenfischer in Altmühlendorf, wo Fischwirtschaftsmeister Albrecht Hahn unter anderem die Eier aus der Treene und dem Gewässersystem Bongsieler Kanal/Lecker Au/Schafflunder Mühlenstrom erbrütet. So kümmern sich die Angler flächendeckend in ganz Schleswig-Holstein um den Bestand der Wandersalmoniden.

Vielerorts wird daran gearbeitet, die Fließgewässer in einen guten ökologischen Zustand zu bringen. Bis es aber soweit ist, dass die natürlichen Laichvorgänge wieder für ausreichend Nachwuchs sorgen, wird es noch lange dauern. So lange greifen die Angler der Natur unter die Arme.

Mehr als 1,5 Millionen Lachseier und mehr als 18 Millionen Meerforelleneier wurden seit 1982 für die Nachzucht aufgelegt. Dafür wurden in dieser Zeit mehr als 8000 laichreife Salmoniden gefangen und später zurückgesetzt. Ohne diese Arbeit, die zahlreiche Angler im LSFV S-H ehrenamtlich leisten, und die finanzielle Förderung aus der Fischereiabgabe des Landes S-H, wäre es um Lachs und Meerforelle schlecht bestellt. Das Engagement der Angler gibt Lachs und Meerforelle in Schleswig-Holstein eine Zukunft.

Landessportfischerverband Schleswig-Holstein e.V.

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