Die LSFV-Geschäftsstelle ist vom 22. Dezember bis 2. Januar geschlossen!

Neuigkeiten 2002

Archivierte Neuigkeiten des Jahres 2002

LSFV-Präsident Ernst Labbow berichtet zunächst über die geringe Resonanz, die die Stellungnahme des LSFV zur Durchführungsverordnung zum Fischereigesetz erfahren habe. Ein langes Gespräch mit MLR-Abteilungsleiter Rolf Sebelin und seinen Mitarbeitern im Ministerium für ländliche Räume brachte jedoch die Erkenntnis, dass mit einem Erlass noch einige Details geregelt werden sollen. Dabei dürften noch zahlreiche sachdienliche Vorschläge des LSFV Berücksichtigung finden.

 

In den nächsten Tagen wird der LSFV einen neuen Vertrag über die weitere Pacht des Nord-Ostsee-Kanals unterzeichnen, der bis 2021 Gültigkeit haben und damit langfristig die Ausübung des Angelsports sicherstellen soll.

 

Die EU-Wasserrahmenrichtlinie ist in aller Munde. Doch wohin soll eigentlich "die Reise gehen" und welche Linie vertritt der LSFV mit seinen engagierten ehrenamtlichen Anglern in den 34 Arbeitsgebieten? Diese wichtige Frage warf Vizepräsident Boie Lorenz auf. Er erinnerte daran, dass die EU-WRRL für die Angler eine "historische Chance" sei. Bisher seien die Fischer nicht schlecht positioniert. Aber es müssten dringend Arbeitsaufträge formuliert werden, damit die Arbeit unserer Vertreter in geordneten Bahnen verläuft. Es müsste auch geklärt werden, welche Behörde das hohe ehrenamtliche Engagement finanziell fördert. Auch sei eine Ausstattung der LSFV-Geschäftsstelle nach modernen Gesichtspunkten ganz wichtig. In der sehr ausführlichen Diskussion legte Christian Schmahl (KV Nordfriesland) einen Vertragsentwurf für die Übernahme der Kosten durch das Umweltministerium vor. Horst Eichert (KV Dithmarschen) bemerkte, dass alle anderen beteiligten Verbände mit hauptamtlichen Kräften in den Arbeitsgruppen tätig seien. Dringend erforderlich sei eine Schulung der Vertreter der Fischer in den Arbeitsgemeinschaften. Ergebnis der Diskussion: Eine Arbeitsgruppe des LSFV bestehend aus Interessierten des Präsidiums, Geschäftsführer Dr. Dieter Bohn und dem dem Vizepräsidenten Boie Lorenz beigeordneten Umweltausschuss werden gebeten, die Ziele des LSFV zur EU-WRRL zu formulieren. Das Papier soll dann mit den Fischereivertretern der Arbeitsgebiete diskutiert und "festgezurrt" werden.

 

Übrigens: In den nächsten Tagen wird sich auch das neue Forum der LSFV-Internetpräsenz mit der EU-Wasserrahmenrichtlinie befassen. Außerdem noch im Internet: Hegeplan-Manager Thorolf Böttger hat die ersten Hegepläne für Seen und Fließgewässer im PDF-Format erstellt. Sie werden ebenfalls in den nächsten Tagen als sogenanntes "Download" auf der LSFV-Internetseite verfügbar sein.

 

Wenig Hoffnung auf eine Einbeziehung der Landesverbandsjugend in bezug auf ein Natur- und Umweltzentrums in Hohn machte Jugendleiter Dieter Hawi. Das Vorhaben sei ziemlich "abgespeckt" worden. In den derzeitigen Plänen der Gemeinde komme die Anglerjugend schon gar nicht mehr vor.

 

Referent Hartwig Hahn berichtete vom ersten Brutgeschäft im LSFV-Bruthaus in Aukrug-Homfeld. Danach werden dort derzeit 400.000 Meerforellenbrütlinge, 50.000 Lachse und 70.000 Bachforellen erbrütet.

 

Referent Claus Hinz berichtete, dass sich die Meeresfischer derzeit über einen erfreulichen Zulauf freuten. Für den von Claus und Edith Hinz sehr engagiert betriebenen Turnierwurfsport fehlen dringend Fachübungsleiter. Interessierte sollten sich in der LSFV-Geschäftsstelle (Tel. 0431-676818) melden.

 

Die Referenten Axel Gerhardt und Michael Kuhr berichteten über die sehr hoffnungsvoll angelaufene Werbeaktion für die LSFV-Verbandszeitschrift "Jäger & Fischer". Sie erinnerten daran, dass sie auch weiterhin gern zu den Versammlungen der Vereinen kommen, um über die Vorzüge eines vereinskompletten Bezugs zu sprechen. Interessierte sollten sich über die LSFV-Geschäftsstelle (Tel. 0431-676818) mit ihnen in Verbindung setzen.
Oldenburg. Eine Informationsveranstaltung zur Zukunft der deutschen Hochseeangelfahrt fand im Oldenburger Gewerbezentrum statt. Dabei ist allen Beteiligten das Dilemma und die regionale wirtschaftliche Bedeutung der Hochseeangelfahrt bewusst geworden, heißt es in einer Pressenotiz der Entwicklungsgesellschaft Ostholstein (egoh).

Ob es für die Betriebe überhaupt noch eine Zukunft gibt, das wollten Betroffene, Vertreter der See-Berufsgenossenschaft, des Verbandes der Norddeutschen Hochseeangel- und Bäderschiffbesitzer und des Bundesverkehrsministeriums klären. Nach rund drei Stunden und den Beiträgen von sieben Referenten spiegelten sich durchweg Fragezeichen in den Gesichtern der Teilnehmer ab. Die Veranstaltung erfüllte allerdings trotz der offenen Fragen ihren Zweck.

Durch die Diskussion in der Veranstaltung ist Klaus Grensemann aus dem Referat für die Sicherheit im Seeverkehr des Bundesverkehrsministeriums die so nicht beabsichtigte Auswirkung der Richtlinie auf die Hochseeangel- und Bäderschiffahrt bewusst geworden. Gemeinsam mit den Vertretern der See-Berufsgenossenschaft sicherte er den betroffenen Betrieben am gleichen Abend weitere Zusammenarbeit und Unterstützung zu.

Unterstützung in ihren Bemühungen zum Erhalt der Hochseeangelfahrt erhielten die Unternehmen ebenfalls durch die Politik. Namentlich nannte die egoh die Landtagsabgeordneten Gerhard Poppendiecker (SPD) und Klaus Klinckhammer (CDU), aber auch weiterer Akteure im Hintergrund wie der Bundestagsabgeordnete Wolfgang Börnsen (CDU) und den Europaabgeordneten Reimer Böge (CDU) sowie der Landrat des Kreises Ostholstein Reinhard Sager hätten dazu beigetragen, dass sich derzeit eine Lösung für die Hochseeangelfahrt an der norddeutschen Küste abzeichnet. So stellte Klaus Grensemann bereits wenige Tage nach der Veranstaltung eine Überarbeitung der Nationalen-Fahrgastrichtlinie zu Gunsten der Betriebe in Aussicht. Es solle auch in der Zukunft für Schiffe unter 24 Meter Länge eine Ausfahrt in die Zehn-Meilen-Zone möglich sein. Eine offene Frage bleibe allerdings immer noch im Raum stehen: Was passiert mit den Betrieben, die ein Schiff über 24 Meter Länge besitzen? Denn hier griffen die EU-Bestimmungen, die eine Verschärfung der Sicherheitsauflagen vorschrieben.

Um Lösungen zu erarbeiten, werden sich in den nächsten Wochen Vertreter des Verbandes der Norddeutschen Hochseeangel- und Bäderschiffbesitzer und der See-Berufsgenossenschaft zusammensetzen. Die weitere Entwicklung werde von der egoh unterstützend begleitet. Nähere Einzelheiten werden bei der nächsten Informationsveranstaltung am 18. Februar 2003 im Gewerbezentrum Oldenburg i.H. gemeinsam mit dem Bundesverkehrsministerium vorgestellt. vorgestellt.
Ohne die vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer besonders auch der Anglerschaft läuft hier nichts. So ist es auch bei der Seenbeobachtung im Kreis Plön. Kürzlich wurde im Plöner Kreishaus plangemäß der zweite Bericht innerhalb von zehn Jahren vorgestellt.

Das von Dr. Edith Reck-Mieth vom Plöner Kreisumweltamt verantwortlich betreute Projekt steht unter neuer wissenschaftlicher Leitung von Professor Dr. Heinz Brendelberger vom Zoologischen Institut der Christian-Albrechts-Universität Kiel. Er übernahm dieses Amt von Professor Dr. Winfried Lampert vom Max-Planck-Institut für Limnologie in Plön, der in Rente gegangen ist. Das Ziel der Seenbeobachtung hat sich trotz des Wechsels nicht verändert: Es geht dabei um ein langfristig angelegtes Seen-Monitoring, das auf standardisierten Methoden basiert. "Damit werden einige wenige, aber dafür jedoch charakteristische Parameter erfasst", sagte Dr. Edith Reck-Mieth. Die objektive Beobachtung zahlreicher Seen und großer Teiche erfolge anhand des Sichttiefenverlaufes als Indikator für die Algenentwicklung, der Sauerstoffverteilung während der Sommerschichtung sowie des Nährstoffvorrates im Frühwinterzustand während der Vollzirkulation. Reck-Mieth rechnete vor, dass an 50 Gewässern insgesamt 60 Messstellen ehrenamtlich betreut würden.

Und die Ergebnisse brachten sowohl bekannte als auch neue Erkenntnisse. Der Stickstoffgehalt habe sich kaum verändert. Er entspreche dem Verkauf des Stickstoffdüngers an die Landwirte. Allerdings seien synchrone Schwankungen in einzelnen Jahren sehr stark. Als Grund erhöhter Werte nannte Dr. Edith Reck-Mieth Niederschläge - keine neue Erkenntnisse.

Vermutlich aufgrund des landwirtschaftlichen Einsatzes mineralischer und organischer Dünger habe der Phosphatgehalt in 24 Seen sukzessive abgenommen. Es gebe aber auch 20 Seen, wo sich die Werte nicht verbessert hätten. Besonders in diesem Jahr seien bei erhöhten Niederschlägen Ende Februar/Anfang März nach den Starkdüngungen der Landwirte besonders hohe Phosphorwerte festgestellt worden.

Als Stellvertreter von Landrat Dr. Volkram Gebel sprach Ulrich Rosengart den ehrenamtlichen Helfern seinen Dank und seine Anerkennung aus. Das Seen-Beobachtungsprogramm bündele vielfältige Kräfte. Das Ergebnis "Zehn Jahre Seen-Beobachtung" sieht Rosengart als einen Erlebnisbericht. Besonders dankte er Professor Dr. Winfried Lampert und Dr. Wolfgang Hofmann vom Max-Planck-Institut für Limnologie aus Plön für die Unterstützung.
Können Kormorane Seen bei Vernichtung von zooplanktonfressender Fische helfen?

Man sollte die Mechanismen des Ökosystems nutzen, um die Qualität der Gewässer zu verbessern. Der Bau von dritten und vierten Klärstufen nutzt da überhaupt nichts. Diese Auffassung vertrat Professor Dr. Rainer Koschel vom Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei aus Neuglobsow kürzlich in Plön. Die Vorstellung des Seenbeobachtungsprogramms nahm allerdings mit dem Auftritt des "Kormoran-Vaters" Bernd Koop seltsame Züge an.

Diplom-Biologe und Kormoran-Experte Bernd Koop fragte Professor Koschel, ob nicht auch die Kormorane die Arbeit der Raubfische, nämlich die Jagd auf Friedfische und ihre Verspeisung, übernehmen könnten. Die Reaktion im Plöner Kreistagssitzungssaal - Gelächter - zeigte, dass viele Angler und damit Kormoran-Gegner unter den Ehrenamtlichen der Seenbeobachtung des Kreises Plön zu finden sind.

Der Fachmann Professor Dr. Rainer Koschel wiegelte den Koop-Vorschlag ab: "Der Kormoran ist kein Hilfsmittel." Im Gegenteil: Kormorane trügen durch den von den Bäumen herabfallenden Kot erheblich zur Eutrophierung der Gewässer bei.

Wasserflöhe (Daphnen) stellte Koschel in seinem Vortrag als "hocheffiziente Filter für das Wasser" heraus. Wissenschaftliche Untersuchungen hätten ergeben, dass Gewässer mit vielen Raubfischen im Bestand auch mehr filtrierende Wasserflöhe aufwiesen. Deshalb sieht Professor Koschel Fische als Indikator von Ökosystemen an.

So fresse die kleine Maräne die für die Entwicklung des Gewässers so wichtigen Wasserflöhe. Die Maräne gehöre wie die Friedfische zu den zooplankonfressenden Fischarten. Bei Besatz des untersuchten Sees mit Raubfischen wie Hecht, Zander, Barsch und auch Wels sei der zooplanktonfressende Friedfischbestand optimiert und die Qualität des Gewässers verbessert worden.

Dabei, so Koschel weiter, sei der Grad zwischen Biomanipulation und Fischmanagement sehr schwierig und auch kompliziert. Nach derzeitigen Untersuchungen sei ein Raubfischanteil von 20 bis 30 Prozent in einem Gewässer empfehlenswert. Es sei sehr schwierig, das Fischmanagement auf eine wissenschaftliche Grundlage zu stellen. Fest stehe aber, dass man bei richtigem Vorgehen über gezielte Besatzmaßnahmen gestreckter Raubfische große Erfolge erzielen könne. In einem zweiten Vortrag befasste sich Professor Dr. Otto Stüdemann vom Fachbereich Landeskultur und Umweltschutz, Angewandte Meteorologie und Umweltsystemanalyse an der Universität Rostock mit dem Erkennen von Stoffpfaden der Bodenerosion. Dabei umschrieb er eindrucksvoll mit Dias, wie und vor allen Dingen warum sich das Niederschlagswasser seinen Weg von den landwirtschaftlich genutzten Felder in die Seen sucht.

"Für Autofahrer machen wir alles", sagte er und sprach sich auch für den Bau von Regenrückhaltebecken auch auf den landwirtschaftlichen Feldern aus. Dort könnten dann die durch Regenfälle weggespülten Abträge gesammelt werden, damit sie nicht in die Seen gelangten.
Kiel. Die befürchtete drastische Gebührenerhöhung für die Nutzung landeseigener Wasserflächen ist offenbar vom Tisch. Durch Intervention des Präsidenten des Landessportverbandes, Ekkehard Wienholtz, bei Umweltminister Klaus Müller (Bündnis 90/Die Grünen) wird die Erhöhung jetzt 20 Prozent betragen.

Zur Vorgeschichte: Das Kieler Umweltministerium hatte gemeinsam mit dem Staatlichen Umweltamt in Kiel an einer Neufassung der sogenannten "Richtlinien zum Abschluss fiskalischer Verträge für die Nutzung von Land- und Wassergrundstücken, die der Verwaltung der Wasserwirtschaft unterliegen" gearbeitet. Das Staatliche Umweltamt hatte deshalb bereits Änderungskündigungen, die zum Jahreswechsel wirksam werden, an die Vertragspartner geschickt.

Adressaten dieser Änderungskündigungen waren Angelvereine, aber auch Wassersportvereine. Angelvereine haben für sich bereits eine Erhöhung bisheriger Gebühren von über 200 Prozent errechnet. Noch schlimmer traf es die Wassersportvereine. In einem Fall würde die Umsetzung dieser geänderten Richtlinie einen finanziellen Sprung von 1236 auf 10980 Euro bedeuten - eine Steigerung um fast 900 Prozent.

LSFV-Präsident Ernst Labbow hatte Ministerpräsidentin Heide Simonis (SPD) um Unterstützung gebeten, mit der Verhinderung der Richtlinien großen Schaden von der Bevölkerung abzuwenden. Die beabsichtigte Kostensteigerung sei unvernünftig und im Ergebnis kontraproduktiv. Der LSFV hatte seine Vereine und Kreisverbände nicht im Stich gelassen. Schriftlich seien alle Vorsitzenden informiert worden. Doch offenbar sei das Problem bei den Anglern doch nicht so groß gewesen, wie zunächst befürchtet.

Nach dem Gespräch zwischen Umweltminister Klaus Müller, Wolgang Greve vom Seglerverband Schleswig-Holstein und Ekkehard Wienholtz als Präsident des Landessportverbandes ist die extreme Erhöhung der Pachten wohl vom Tisch. Zwar bleibe die Änderungskündigung bestehen, wie es hieß, jedoch sollen die Pachten nur um 20 Prozent angehoben werden. Das sei der Betrag der Preissteigerung seit 1994. Bis Mitte Dezember sollen die betroffenen Vereine seitens des Ministeriums informiert werden.

Ob in dieser Weihnachtsüberraschung von Umweltminister Müller auch eine Regelung enthalten ist, die bisherige 50-prozentige Ermäßigung für als gemeinnützig anerkannte Angelvereine beizubehalten, war noch nicht zu erfragen. Die betroffenen Angelvereine sollten die Vertragswerke aufmerksam lesen, wird empfohlen.
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