Newsletter

Liebe Angelfreunde,

Sie erhalten heute den neuesten newsletter des Landessportfischerverbandes Schleswig-Holstein e.V..

 

Aal-Besatz - für Angler, Artenschutz und Wissenschaft

Der Europäische Aal ist nach wie vor ein begehrter Speisefisch und dient vielen Fischer für den Broterwerb. Die Fische sind aber auch wichtig für das Ökosystem und werden nicht zu letzt auch gern von den Anglern gefangen. Um den Bestand zu sichern und den Aal weiterhin nachhaltig als Speisefisch nutzen zu können unternimmt der Landessportfischerverband Schleswig-Holstein (LSFV SH) seit Jahren große Anstrengungen. Jährlich werden hunderttausende vorgestreckte Fische in die vielen schleswig-holsteinischen Gewässer entlassen. Seit Jahren wird das Aal-Projekt in großen Teilen durch Mittel der Fischereiabgabe und des Europäischen Meeres- und Fischereifonds gefördert und durch Experten, wie den Biologen und LSFV-Vizepräsident Rüdiger Neukamm, wissenschaftlich begleitet.

Am Freitag, 14. Juli, begann der Besatz mit vorgestreckten, rund 7 Gramm schweren Aalen am Nord-Ostsee-Kanal. Rund 100 Kilogramm, also mehr als 14.000 Tiere, wurden dabei in Kanal und Schirnauer See entlassen. Insgesamt werden dieses Jahr etwa 1,17 Millionen Tiere in mehr als 90 verschiedene Gewässer in Schleswig-Holstein entlassen - Seen, Flüsse und Kanäle. Das Gesamtvolumen der Besatzmaßnahme beträgt rund 65.000 Euro. Hinzu kommt der Besatz mit den so genannten Glasaalen, die bereits im März in Nord-Ostsee-Kanal, Elbe-Lübeck-Kanal, der Elbe und den vier vom LSFV bewirtschafteten Seen ausgesetzt wurden. Dabei handelte es sich um rund eine halbe Million Tiere, die etwa 83.000 Euro gekostet haben. Insgesamt werden also Aale im Gesamtwert von rund 160.000 Euro besetzt. Der Besatz dient dabei nicht nur in einigen Jahren direkt den Fischern und Anglern. Auch sorgt er dafür, dass immer noch laichreife Aale abwandern und für Nachwuchs sorgen können, um den Bestand zu erhalten. Die natürliche Zuwanderung auch in die schleswig-holsteinischen Küsten- und Binnengewässer hat sich verringert. In diesen Lebensräumen werden die Fische zu großen laichreifen Tieren, die dann ihre Laichwanderung in die 7.000 Kilometer entfernte Sargasso-See im Westatlantik antreten können.

An dem Pressetermin bei Fischer Brauer in Rade/Rendsburg nahmen neben den Landtagsabgeordneten Heiner Rickers (CDU), Kerstin Metzner (SPD), Bernd Voß (Bündnis 90/Grüne) und Oliver Kumbartzky (FDP), der auch Vorsitzender des für Fischerei zuständigen Umwelt- und Agrarausschusses ist, zudem LLUR-Direktor Matthias Hoppe-Kossak und Fischereireferent Dr. Roland Lemcke vom MELUND teil. Begleitet wurde die Veranstaltung von Vertretern der regionalen Zeitungen, der Deutschen Presseagentur und Fernsehteams von Sat1 Regional, RTL Nord und NDR. 

Den Beitrag von Sat1 gibt es hier (Minute 20:05 bis 22:02): https://hamburg.sat1regional.de/sendungen-hh.html

 

Antwort vom Bundeslandwirtschaftsminister

Auf der LSFV-Jahreshauptversammlung am 21. Mai 2017 hatten das Präsidium und alle anwesenden Kreisverbände und Vereine gemeinsam einen Protestbrief gegen die geplanten Angelverbote in Seegebieten der Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) der Bundesrepublik Deutschland auf den Weg gebracht. Angeschrieben wurden neben Bundeskanzlerin Angela Merkel auch Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt und Bundesumweltministerin Barbara Hendricks.

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt hat jetzt geantwortet. In seinem Brief heißt es: „Mir ist bekannt, dass die Freizeitfischerei und auch die ihr nahe stehenden Dienstleister durch diese Verbote stark betroffen sein können. Eingriffe dieser Art erachte ich daher nur dann für akzeptabel, wenn sie im Rahmen der naturschutzrechtlichen Umsetzungsverpflichtungen geeignet und verhältnismäßig zur Erreichung der Schutzziele sind. In der Diskussion über das Freizeitfischereiverbot in den Entwürfen von AWZ-Schutzgebietsverordnungen habe ich deshalb stets darauf gedrungen, dass die Eingriffe in den Gebieten, wenn überhaupt, nicht über ein unabdingbar notwendiges Maß hinausgehen und vor allem hinreichend wissenschaftlich begründet sind. An diese Voraussetzung knüpfe ich auch meine Zustimmung zu den Verordnungsentwürfen. Ich habe den Eindruck, dass diese Kriterien bisher nicht umfassend Berücksichtigung finden. Deswegen erteile ich meine Zustimmung bis auf weiteres nicht.“

Auch die Bundeskanzlerin signalisierte auf ihrer Sommertour in Heiligenhafen, dass beim Thema „Angelverbote in den AWZ-Schutzzonen" das letzte Wort noch nicht gesprochen sei. Zahlreiche Angelkutterkapitäne und Angelboote vor Ort machten mit einem Bootskonvoi die Kanzlerin noch einmal auf das Problem aufmerksam. Angela  Merkel sagte zu, das Thema noch einmal gründlich mit ihren zuständigen Ministerien zu besprechen.

Anscheinend ist also noch Bewegung in der Sache und man gewinnt den Eindruck, dass Bundesumweltministerin Hendricks auch in Reihen der Bundesregierung nur wenig Freunde für die angedachten Angelverbote findet. Kein Wunder, denn es liegen nach wie vor keine vernünftigen Begründungen dafür vor. Ausgerechnet vor einer Bundestagswahl sollte man sich gut überlegen, ob man zahlreiche Angler-Wähler mit unbegründeten Verboten verprellt.

 

Barrierefreies Angeln am Einfelder See

Das LSFV-Projekt für barrierefreies Angeln schreitet Schritt für Schritt voran. Sabine Hübner, die das Projekt für den Landessportfischerverband betreut, hat im Stadtteilbeirat in Neumünster für einen barrierefreien Angelplatz am Einfelder See geworben. Die Aktion Mensch hat bereits einen Zuschuss in Höhe von 5.000 Euro für eine entsprechende Plattform zugesagt. Auch der Stadtteilbeirat hat grünes Licht für den Bau an der Dorfbucht im Bereich der Uferstraße gegeben. Der Platz sei gut geeignet, so Hübner, da auch der Sandweg zum Platz mit dem Rollstuhl gut befahrbar sei. Durch das Sponsoring der Aktion Mensch fehlen nun nur noch rund 1.500 Euro, um einen Weg von der Uferkante zur geplanten Plattform zu bauen.

Sabine Hübner, die selbst passionierte Anglerin ist und im Rollstuhl sitzt, ist in ganz Schleswig-Holstein unterwegs, um nach geeigneten Stellen für barrierefreie Angelplätze zu suchen. Neben drei Plätzen des LSFV - zwei am Nord-Ostsee-Kanal und einem am Gieselau-Kanal - gibt es einen Platz inzwischen auch an der Eider in Delve (Kreis Dithmarschen).

 

 

Mit herzlichem Petri Heil,

Peter Heldt/Sönke Rother

 

 

Abschließend unser Hinweis auf den LSFV-SH im Internet (www.lsfv-sh.de) mit vielen weiterreichenden Informationen und bei Facebook mit aktuellen Entwicklungen und Trends - einfach mal vorbeischauen.

 

Sollten Sie diesen newsletter nicht mehr wünschen, dann antworten Sie bitte nur mit dem Wort "austragen" in der Betreffzeile. Und beachten Sie: diese e-mail-Anschrift, von der der newsletter verschickt wird, wird nur für diesen Zweck verwendet und nicht regelmäßig eingesehen.

Impressum