Markierte Meerforellen ausgesetzt

MeerforellenAm 02. und 03. März wurden insgesamt 4.200 einjährige Meerforellen in der Gieselau (Kreis Dithmarschen) und in den Oberläufen der Haaler Au (Kreis Rendsburg) ausgesetzt. An sich ist dies nichts Besonderes. Im März eines jeden Jahres erhalten viele Bäche in Schleswig-Holstein Forellenbesatz mit Brütlingen oder Einjährigen. Auf diese Weise stützen Angler und Fischer die Bestände, die sich ohne diese Hilfe in vielen Gewässern selbst kaum erhalten könnten. Gefördert wird der Besatz aus der Fischereiabgabe des Landes Schleswig-Holstein.
Foto: Einjährige Meerforellen aus dem Besatzprogramm „Fischhorizonte“ des Landes Schleswig-Holstein
Das Bemerkenswerte an diesem Forellenbesatz ist, dass alle Tiere vorher markiert worden sind. Aufgewachsen sind die Forellen in der Fischzucht Kemnitz. Dort wurde auch die Markierung vorgenommen. Jedem einzelnen Fisch wurde ein ganz kleines, mit einer Nummer bedrucktes Drahtstück (CWT: coded wire tag) injiziert. Für die Forellen ist diese Prozedur mit nur wenig Stress verbunden. Der Selbstversuch hat ergeben, dass die Injektion aufgrund der geringen Größe des Drahtes kaum spürbar ist. Mit einem hochsensiblen Metalldetektor (CWT-Scanner) kann später festgestellt werden, ob gefangene Tiere aus dem Besatz stammen oder durch Zuwanderung bzw. die normale Vermehrung ins Gewässer gelangt sind. So kann die Effizienz der Besatzmaßnahmen einfach und sicher überprüft werden. Ca. 100 weitere markierte Forellen wurden zur Kontrolle in Teiche und Becken der LSFV-Teichanlage in Langwedel überführt. Dort sollen die Tiere heranwachsen. Ziel ist es herauszufinden, ob auch später bei größeren Tieren der Nachweis der Drahtstifte zuverlässig funktioniert.
Unmittelbar vor dem Aussetzen der Tiere wird mit einem speziellen Scanner geprüft, ob die Markierung richtig positioniert und eindeutig detektierbar ist. Die Haaler Au erhält jährlich neben 1.200 einjährigen Forellen auch noch bis zu 100.000 Brütlinge. In der Gieselau hingegen werden seit drei Jahren im Rahmen eines Pilotprojektes nur noch Einjährige ausgesetzt. Hintergrund ist hier der Wunsch, den Umfang der natürlichen ScanReproduktion auf denkbar einfache Weise abschätzen zu können. Das Prinzip ist simpel: Alle bei den regelmäßig erfolgenden Fischbestandserhebungen gefangen Forellen, die kleiner als die besetzten Einjährigen sind, stammen zwangsweise aus der selbstständigen Vermehrung. Aus der Anzahl gefangener Tiere kann unmittelbar auf den Erfolg der Reproduktion geschlossen werden. Dieser ist zurzeit leider noch stark schwankend. So wurden im Mai 2014 auf der 200 m langen Standardstation 255 kleine Forellen gefangen, 2015 waren es nur sechs. Über die Ursachen dieser hohen Variabilität besteht noch Unklarheit.