Karpfen für den NOK

Nachdem viele zeitaufwendige Projekte (z.B. rund um den Westensee) mittlerweile weit gediehen sind haben wir nun endlich wieder mehr Zeit, um uns mit der Entwicklung unserer Teichanlage in Langwedel zu beschäftigen.

Die LSFV-Teichanlage wird bereits seit einigen Jahren für die Vermehrung von Schlammpeitzgern genutzt. Einige der kleineren Teiche bieten hervorragende Bedingungen für dieses Projekt, das von unserem Biologen Dr. Mattias Hempel geleitet wird. Erste Erfolge zeichnen sich ab und die Anzahl der Elterntiere wächst beständig.

Das kleine Gebäude auf der Anlage mit seinem Fischkeller ist der zentrale Ort für weitere Arbeitsfelder unserer Biologen. So war Langwedel die Zentrale für das Salmoniden-Projekt mit den Scotty-Boxen. Derzeit findet dort im Rahmen eines neuen Projektes die Untersuchung von Fischlarven aus der Elbe statt. Wir sind der zweitgrößte anerkannte Naturschutzverband im Lande und solche Arbeiten gehören auch zu unseren Aufgaben.

Die gezielte und unmittelbare Förderung der Angelfischerei verlieren wir dabei aber keineswegs aus den Augen. Daher wollen wir die Teichanlage jetzt auch zum Vorstrecken von Karpfen verwenden.

Einer der großen Teiche wurde im letzten Jahr gekalkt und lag danach trocken. Um die Produktivität von Fischteichen zu sichern sind solche Arbeitsschritte in regelmäßiger Folge nötig. Jetzt ist dieser Teich wieder neu „bespannt“ und wurde vor drei Wochen mit Karpfen besetzt. 1000 Karpfen in den Größen K1 (40 g) und K2 (250 g) wurden ausgesetzt. Dabei handelte es sich sowohl um Schuppen- als auch Spiegelkarpfen. Sie finden im ausgewählten Teich optimale Bedingungen vor, um schnell zu wachsen, und haben aufgrund des dichten Pflanzenbestandes auch genügend Schutz vor Prädatoren. Später sind sie dann als Herbstbesatz für den Nord-Ostsee-Kanal bestimmt.

Natürlich können wir in Langwedel nicht alle Fische, die wir benötigen, selbst produzieren. Zeitgleich zu dem Besatz in Langwedel wurden der Elbe-Lübeck-Kanal mit 4.000 einsömmrigen und 1.000 zweisömmrigen Karpfen besetzt. Am Nord-Ostsee-Kanal fand ebenfalls bereits der Frühjahrsbesatz statt. 800 K2 und 3.200 K1 wurden Ende April zwischen Burg und Breiholz ausgesetzt.

Sollten wir wieder einen warmen Sommer bekommen ist es auch durchaus möglich, dass sich die ohnehin auf der Anlage befindlichen großen Karpfen selbstständig vermehren. In einigen flachen Teichen sind die Bedingungen (Temperatur, Bewuchs) optimal. Ein problemloses Abfischen des eventuell daraus resultierenden Nachwuchses ist durch die Konstruktion der Teichanlage und der Mönche leicht möglich. Ein entsprechender Versuch soll daher dieses Jahr unternommen werden.

Überwacht und betreut werden diese Vorhaben von unserem FÖJler Bjarne Hansen. Ein ständiges Auge auf die Teiche haben auch die ansässigen Jagdpächter, die häufig bei den Teichen vorbeischauen und zu denen ein guter Kontakt besteht.

Wir hoffen auf gute Erträge und freuen uns über jede weitere Nutzungsmöglichkeit dieser herrlichen Teichanlage.

Peter Heldt, LSFV-Präsident