Salmo albis

Am 4. und 5. Juni nahmen Peter Heldt und Hartwig Hahn an der Tagung „Salmo Albis“ in Bad Schandau am deutschen Oberlauf der Elbe teil. Eingeladen hatte dazu Dr. Gert Füllner vom Sächischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG Sachsen). Vertreter aus einigen Fischereiverwaltungen der Länder, Anglerverbänden, Umweltverbänden und verschiedenen Forschungsinstituten waren anwesend. Im unteren Bereich der Elbe (Niedersachsen und S-H) arbeiten LSFV-Vereine seit 1973 an der Bestandserhaltung bzw. der Wiederansiedlung von Meerforelle und Lachs. Genau um diese Wanderfischarten ging es auch bei der Fachtagung.

In den 90er Jahren begann man auch in Brandenburg, Sachsen Anhalt, Sachsen und in Tschechien mit Programmen für die Salmoniden. Nach der Wende verbesserte sich nach und nach die Wasserqualität der Elbe. Die einzige Querverbauung im deutschen Teil der Elbe ist die Staustufe in Geesthacht. Hier gibt es allerdings zwei Fischtreppen. Somit haben die Wanderfische gute Möglichkeiten, stromauf nach Tschechien zu wandern.

Bemühungen um Lachs und Meerforelle gibt es daher mittlerweile in zahlreichen Elbenebenflüssen, unter anderem in Stör, Oste, Krückau, Pinnau, Luhe, Ilmenau, Jeetze, Schwinge, Mulde, Chemnitz, Stepenitz, Pulsnitz, Lachsbach, Wesenitz, Müglitz und der Kamenice in Tschechien.

Norbert Eichkorn, der Präsident des sächsischen Landesamtes, eröffnete die Veranstaltung. Ziel von „Salmo Albis“ ist die bessere Vernetzung der wichtigen Wanderfischprojekte.

Zahlreiche Vertreter der einzelnen Regionen berichteten von ihren Bemühungen. Matthias Pfeiffer und Dr. Gert Füllner vom LfULG Sachsen sowie Ulli Thiel vom LAV Brandenburg gaben einen Gesamtüberblick über alle Aktivitäten von der Mündung bis nach Tschechien. Tomas Kava vom tschechischen Anglerverband berichtete über die Projekte an der Kamnice. Stefan Ludwig und Thomas von der Heide vom Verein „Wanderfische ohne Grenzen“ berichteten über ihre Aktivitäten besonders an der Mulde. Christian Wolter vom Leibnitz Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei Berlin erklärte in seinem Vortrag, warum gerade die Laich- und Aufwuchshabitate einen besonders wichtigen Einfluss auf das Gelingen der Projekte haben. Es geht eben nicht immer nur um Durchgängigkeit. Um zu zeigen, wie in anderen Flusssystemen an diese Themen herangegangen wird, stellten Teilnehmer von Weser und Rhein ihre Erfahrungen vor. Die Aktivitäten des LFV Weser-Ems wurden von Dr. Jens Salva präsentiert. Auf großes Interesse stieß auch der Vortrag über den Rheinlachs von Karin Camara vom LANUV Nordrhein-Westfalen. Es kam zu einem regen Erfahrungsaustausch zwischen den Teilnehmern. Nach der Mittagspause wurden gemeinsam 1000 Lachsparrs in der Elbe ausgewildert.

Dr. Füllner fasste am Ende die Ergebnisse zusammen. Wenn es den Wandersalmoniden gut geht, dann geht es auch anderen Fischarten und dem gesamten Ökosystem gut. Lachs und Meerforelle sind ein Indikator für Gewässergüte. Die Bemühungen um diese schönen Fische finden hohe Anerkennung in der Bevölkerung. Es gibt allerdings jede Menge Handlungsbedarf. Kurzfristige Erfolge sind nicht zu erwarten. Der Mensch hat lange an der Zerstörung des großen Elbstroms gearbeitet. Es wird daher auch viel Zeit in Anspruch nehmen, das Ökosystem Elbe wieder gut für die Wanderfische zu gestalten. Das kann nur gelingen, wenn man länderübergreifend zusammenarbeitet.

Nach dieser Auftaktveranstaltung wird es weitergehen. Der Austausch von Daten und Erfahrungen soll intensiviert werden. Wir befinden uns im internationalen Jahr des Lachses. Unser Bundesverband DAFV hat eine großartige Broschüre zum Lachs verfasst. Daran haben wir uns beteiligt. Der LSFV wird am 22.11.2019 zahlreiche Gäste an das Bruthaus in Aukrug einladen und den Laichfischfang und das Abstreifen von Meerforellen und Lachsen demonstrieren. Sicherlich werden wir dabei auch einige Gäste vom Oberlauf der Elbe dabei haben. Die Wanderfische kennen keine Grenzen – wir sollten sie bei unserer Zusammenarbeit für die Langdistanzwanderer auch nicht haben.

Peter Heldt