LSFV-Ehrenamtler bieten Angelprojekt am Rendsburger Gymnasium

12 Kinder, drei Betreuer, drei Tage – ein Projekt. Am Helene-Lange-Gymnasium in Rendsburg fanden direkt vor den Sommerferien die Projekttage statt. Die Schüler konnten zwischen zahlreichen Angeboten wie Kartentricks, Elektronikbasteleien, Schulgartengestaltung und auch Angeln für Anfänger wählen. Zwölf Kindern der fünften bis siebten Klasse wollten Sönke Rother, Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit beim LSFV, und Achim Heinrich, Vizepräsident im LSFV und Vorsitzender des ASV Petri Heil Rendsburg und Umgebung, das schönste Hobby der Welt näher bringen.

Weit mehr als 20 Kinder hatten sich mit ihrer Erstwahl, zehn weitere mit der Zweitwahl auf die zwölf Plätze beworben. Eine sehr gute Quote, wie der Projektorganisator am Gymnasium, Christian Take, bestätigte. Einige hatten bereits Angelerfahrung und zwei besaßen sogar bereits den Fischereischein. Für andere war es die erste Erfahrung mit Rute und Rolle. Auch für Lehrer Herwig Rathje-von Wussow. Er war zur Unterstützung, und weil bei schulischen Aktivitäten auf oder am Wasser eine Person mit Rettungsschwimmschein dabei sein muss, mit am Rendsburger Stadtsee. Er selbst hatte noch nie geangelt und war selbst gespannt darauf, das Hobby näher kennen zu lernen. 

Gleich zu Beginn konnten die Kinder echtes Angler-Ambiente erleben. Achim Heinrich hatte nicht nur den Stadtsee für den praktischen Teil zur Verfügung gestellt, sondern lud am ersten Tag ins Vereinsheim des ASV Petri Heil ein. Dort erfuhren die Mädchen und Jungen vieles über die heimischen Fische und wie man sie fängt. Anschließend wurde das Gerät besprochen, das am nächsten Tag zum Einsatz kommen sollte. Einige Projektteilnehmer hatten auch ihre eigene Ausrüstung dabei, und die reichte von den Erbstücken von Opa bis zur modernen Ausstattung mit Futterkörben, Posen und Kunstködern. Jake aus der 7a hatte sogar eine Baitcasting-Kombo mitgebracht. Zum Abschluss wurden die zwölf Kids in zwei Gruppen – die Hechte und die Karpfen – aufgeteilt. Namensschilder mit der entsprechenden Fischsilhouette konnten die Teilnehmer an ihr neues Schlüsselband hängen, das der Deutsche Angelfischerverband (DAFV) ebenso gesendet hatte wie Kugelschreiber Lineale, Stundenpläne, Blöcke und Aufkleber.

Am nächsten Morgen ging es gleich ans Wasser. Die zehn Jungen und zwei Mädchen konnten es kaum erwarten. Und es sollte auch nicht lange dauern, bevor die Friedfisch-Gruppe mit Achim Heinrich die ersten Rotaugen erbeutet hatten. Mit Feeder- und Stippruten gelangen noch weitere Fänge. Die Fünftklässlerin Karolina fing mit einem stattlichen Brassen den größten Fisch des Tages. Und es landeten noch weitere Brassen in der Fischkiste. Doch nicht nur die füllte sich. Auch ein großer Plastikbeutel, den Sönke Rother mitgebracht hatte, wurde immer voller. „Wir Angler wollen die Natur nutzen und haben deswegen auch eine große Verantwortung“, sagte der Projektleiter und fügte hinzu, dass er deshalb immer Müll einsammle, wenn er mit der Angel unterwegs ist.

Mit den Raubfischen hatte seine Gruppe allerdings weniger Glück. Bei fast 30 Grad in einem wenig mehr als einem Meter tiefen Gewässer kein Wunder. „Die Barsche sind eher klein und Hechte inzwischen deutlich seltener“, erklärte Achim Heinrich. Und so blieb Sönke Rother viel Zeit, verschiedene Kunstköder und deren Einsatzgebiete zu beschreiben und an den Wurftechniken zu feilen. Dabei gab es für alle, die es einmal ausprobieren wollten, immer wieder Einzelunterricht mit der Baitcasting-Rute. Trotz der ausbleibenden Bisse verlor die Raubfisch-Gruppe nicht den Spaß und hielt tapfer durch.

Am zweiten Tag, die Temperaturen hatten sich knapp unter 30 Grad festgesetzt, das gleiche Spiel: Die Gruppen hatten gewechselt und Friedfischangler fingen wieder gut. Die Raubfischer blieben erneut Schneider, obwohl Sönke Rother die Taktik geändert hatte und mit seiner Gruppe ordentlich Strecke machte und mehr Uferstrecken abfischte. Der Lohn war immerhin ein Biss bei Piet aus der 5f. Der Fisch, augenscheinlich ein maßiger Hecht, verabschiedete allerdings nach einem kurzen Drill.

Am Anglerheim konnten Achim Heinrich und Sönke Rother den Kindern und Jugendlichen zum Abschluss mit den gefangene Brassen noch das richtige Ausnehmen und Filetieren demonstrieren sowie die verschiedenen Organe erklären. Alle Fänge wurden anschließend einer sinnvollen Verwertung zugeführt. Und am Ende gab es nur einen Schüler, der an den drei Projekttagen keinen Fisch an Land gezogen hatte. „Aber das holen wir nach. Wir beide gehen noch mal zusammen los“, versprach Sönke Rother.

Was die Mädchen und Jungen beim Projekt Angeln für Anfänger alles gelernt hatten, zeigte sich am vierten Tag bei der Präsentation. Im Klassenraum zeigten sie verschiedene Angelgeräte und erklärten interessierten Schülern, Lehrern und Eltern die Anwendung. Immer wieder betonten die Schüler den respektvollen Umgang mit dem Fisch und das richtige Verhalten in der Natur, auch mit dem Hinweis, dass es nicht schade am Wasser den Müll mitzunehmen – und nicht nur den eigenen. Zum Abschluss gab es für die zwölf Projektteilnehmer noch eine besondere Überraschung. Der Jahr Top Special Verlag hatte für alle jeweils eine Ausgabe der Zeitschrift Blinker und der Angelwoche gestiftet. In dem großen Paket des Angel-Verlags waren auch noch viele Kunstköder die an Karolina, Kristin, Marvin, Piet, Leon, Joshua, Nico, Lasse, Simeon, Liam, Jake und Nico verteilt wurden.

Für Achim Heinrich und Sönke Rother blieb das gute Gefühl, bei den Mädchen und Jungen einen guten Grundstein für künftige Angler gelegt zu haben, die sich aufmerksam in der Natur bewegen und den Fischen mit angemessener Achtung begegnen. Und es blieb die Erkenntnis, dass ein solches Projekt nicht nur den Kindern und Jugendlichen, sondern auch den Betreuern viel Spaß macht. Sönke Rother: „Es war toll zu sehen, wie begeistert die Schüler waren. Wenn die nächsten Projekttage anstehen, werde ich auf jeden Fall wieder Angeln für Anfänger anbieten. Angeln sollte viel öfter Schule machen.“