Zusätzlicher Aalbesatz für die Elbe

Im Sommer des vergangenen Jahres wurden bei Bauwerksinspektionen schwere Schäden am Wehr Geesthacht festgestellt. In der Folge wurde die Fischaufstiegsanlage am Südufer verfüllt und die Lockstrommulden des Fischpasses auf der Nordseite wurden geschlossen. Beide Maßnahmen werden über einen längeren Zeitraum Bestand haben. In besonderem Maße betroffen hiervon sind natürlich die Wanderfischarten.

Um die ökologischen und fischereilichen Schäden etwas zu begrenzen, hat das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Lauenburg sich dazu entschieden Besatz mit Glasaalen durchzuführen. Am 29.04. wurden 50 kg Glasaale direkt von der französischen Küste an das Wehr Geesthacht geliefert. Die Hälfte davon wurde direkt im Anschluss auf der von uns gemeinsam mit dem AV Niedersachsen und der Fischerei Panz gepachteten Elbstrecke oberhalb von Geesthacht ausgesetzt. Obwohl sich die Glasaalsaison langsam dem Ende neigt, waren die gelieferten Tiere von einer sehr guten Qualität. Da das Elbwasser für diese Jahreszeit schon ungewöhnlich warm war, mussten die Tiere vor dem Besatz erst einmal an die höhere Temperatur angepasst werden. Erst danach konnten sie ins Gewässer entlassen werden. Der Besatz erfolgte vom Boot der Fischerei Panz aus. Auf diese Weise konnten die jungen Aale bestmöglich verteilt und an jeweils gut geeigneten Stellen ausgesetzt werden.

Zuvor in diesem Jahr hatten der AV Niedersachsen und der LSFV Schleswig-Holstein schon jeweils 50 kg Glasaale auf der Elbstrecke oberhalb von Geesthacht besetzt. Diese umfangreichen Maßnahmen sind notwendig, um das Ausbleiben der natürlichen Glasaalzuwanderung zu kompensieren. Und sie zeigen Erfolg. Aus den Daten unserer Fischbestandserhebungen lässt sich erkennen, dass der Aalbestand seit 2009 deutlich zugenommen hat. Im nachfolgenden Diagramm sind die Aalfänge pro Jahr dargestellt. Erhoben wurden die Daten jeweils an fünf Tagen im September mittels Elektrofischerei. Besonders viele Aale wurden dabei stets auf Uferabschnitten mit einer durchgehenden Blocksteinsicherung gefangen.

Trotz dieser augenscheinlichen Erfolge dürfen wir in unseren Bemühungen um den Erhalt der Aalbestände nicht nachlassen. Die aktuellen Bestandsdichten entsprechen noch lange nicht dem natürlichen Zustand. Auch die Lebensraumqualität ist für den Aal bei weitem noch nicht gut. Maßnahmen wie die Elbvertiefung oder der Bau neuer Wasserkraftwerke könnten zudem zu Rückschlägen bei der Bestandsentwicklung führen. Daher werden Besatzmaßnahmen wohl noch eine Reihe von Jahren notwendig sein, um die Art in unseren Gewässern zu erhalten.