Allgemeine Fragen

Muß ich Mitglied eines Angelvereins sein, um Erlaubnisscheine des LSFV kaufen zu können?

Nein, alle Angler können Erlaubnisscheine für LSFV-Gewässer erhalten. LSFV-Mitglieder sind allerdings hinsichtlich der Kosten deutlich besser gestellt, denn die Unterhaltung von Angelgewässern ist eine Aufgabe, die ein Verband für seine Mitglieder übernehmen sollte. Diese Mitglieder bilden schließlich den Verband und sie leisten Beiträge an ihn. Und jeder kann Mitglied werden. Selbstverständlich respektieren wir, wenn Angler sich nicht für einen Beitritt in einen Verein entscheiden. Aber ebenso selbstverständlich müssen diejenigen dann akzeptieren, daß sie nicht zu den gleichen Bedingungen angeln können wie Verbandsangehörige.

Als Anglerverband wollen und müssen wir uns für die Interessen unserer Mitglieder einsetzen. Deren Interesse ist unter anderem, an reizvollen Gewässern angeln zu können. Um solche anbieten zu können, benötigen wir ein festes Fundament, auch in finanzieller Hinsicht. Wir wollen daher den Landessportfischerverband stärken, und der Landesverband besteht aus seinen Angelvereinen, so daß wir auch diese stärken wollen. Die Anknüpfung für den Kauf eines Erlaubnisscheins an eine LSFV-Vereinsmitgliedschaft ist für Angler ein Anreiz, eine solche Mitgliedschaft zu erwerben. Nicht wenige Angelvereine haben sich gebildet, nur um diese Hürde zu überwinden. Und sie sind damit zu einem festen Bestandteil des LSFV geworden, über den wir uns freuen und der damit zur Größe, Bedeutung und Leistungsfähigkeit des Verbandes beiträgt.

Der Druck, in einen Angelverein eintreten zu müssen, um etwa am Nord-Ostsee-Kanal, Elbe-Lübeck-Kanal, der Elbe zwischen Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern und vielen anderen Angelparadiesen angeln zu können, besteht daher bewußt. Und nur weil dieses System erfolgreich ist, können wir für unsere Mitglieder auch die zahlreichen Leistungen des Verbandes anbieten. Attraktive Angelgewässer zu unterhalten gehört dazu.

Zum Angeln in Schleswig-Holstein benötigen Sie einen gültigen schleswig-holsteinischen Fischereischein (oder eine Ausnahmegenehmigung, etwa den sog. „Urlauberfischereischein“) mit der Abgabemarke des aktuellen Kalenderjahres. Die Abgabemarke erhalten Sie bei der Ordnungsbehörde an Ihrem Wohnsitz (Gemeindeverwaltung, Rathaus). Mit diesem können Sie frei an den Küstengewässern angeln.

Für Binnengewässer benötigen Sie darüber hinaus noch Erlaubnisscheine der jeweiligen Fischereirechtsinhaber. Zahlreiche Gewässer hat unser Verband gepachtet oder im Eigentum. Um dafür Erlaubnisscheine zu erhalten ist aber die Mitgliedschaft in einem unserer 360 Angelvereine im Lande erforderlich. Inhabern von Urlauberfischereischeinen werden allerdings wegen der anzunehmenden fehlenden Sachkunde keine LSFV-Erlaubnisscheine verkauft.

Sollten Sie dazu weitere Fragen haben, sprechen Sie uns bitte wieder an. Zahlreiche Informationen, auch Ansprechpartner zu allen unseren Angelvereinen, finden Sie auf den Übersichten auf dieser Homepage.

Zu erfahren, wer wo Fischereiberechtigter oder Fischereiausübungsberechtigter ist, von wem man also Erlaubnisscheine erhalten kann, ist abgesehen von den Verbandsgewässern (z.B. Nord-Ostsee-Kanal, Elbe-Lübeck-Kanal, Elbe zwischen Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern) und einer Vielzahl von Vereinsgewässer, stellenweise schwierig. Eine landesweite Übersichtskarte oder Liste existiert nicht. Daher ist eine umfassende, allgemeine Aufzählung leider nicht möglich. Nachfragen vor Ort, z.B. bei einem ansässigen Angelverein oder bei der Gemeindeverwaltung, könnten erfolgreich sein.

Freies Angeln, also mit gültigem Fischereischein, aber ohne zusätzlichen Erlaubnisschein, gibt es in Schleswig-Holstein nur in Küstengewässern, also in den im Hoheitsgebiet liegenden Teilen der Nord- und Ostsee. Zu den Küstengewässern zählen auch Abschnitte von sechs Flüssen in Schleswig-Holstein, nämlich

Eider: flußabwärts der Schleuse Nordfeld; sie liegt bei Eider-km 78,280 (siehe „Ausnahmen“)
Stör: flußabwärts der Straßenbrücke im Zuge der B 77 in Itzehoe
Krückau: flußabwärts der ehemaligen Wassermühle Piening am Mühlendamm in Elmshorn
Pinnau: flußabwärts der Straßenbrücke im Zuge der B 431 in Uetersen
Trave: Verbindungslinie der Köpfe der Süderinnenmole und Norderaußenmole (siehe „Ausnahmen“)
Elbe: Landesgrenze zwischen Hamburg und Schleswig-Holstein bei Wedel.

Ausnahmen vom Grundsatz des freien Angelns in Küstengewässern bestehen in gesamten der Schlei, der unteren Eider zwischen der Schleuse Nordfeld (km 78,280) und der Strassenbrücke B 5 Tönning/Karolinenkoog (km 101), der unteren Trave bis hinaus in die Lübecker Bucht und im Hafen von Neustadt/Holstein, wo selbständige Fischereirechte zu beachten sind. Informationen dazu sollte man vor Ort einholen.

Von den genannten Punkten aus weiter landeinwärts sind diese Gewässer dann Binnengewässer, so daß in jedem Fall Fischereirechte bestehen, die man nur ausüben darf, wenn man über einen Erlaubnisschein verfügt.

In Mecklenburg-Vorpommern gelten übrigens andere Regelungen. Dort gibt es auch einen kostenpflichtigen Erlaubnisschein für die Ostsee.

Eine Gruppe von Angelfreunden möchte einen Verein gründen. Wie geht das?

Zur Gründung eines Angelvereins benötigen Sie mindestens sieben Personen als Gründungsmitglieder. Auf der Gründungsversammlung (mit Gründungsprotokoll) ist ein Vorstand zu wählen und eine Satzung zu beschließen. Für die Mitgliedschaft in unserem Landessportfischerverband S.-H. muß die Satzung die Voraussetzungen für eine Anerkennung des Vereinszweckes als „gemeinnützig“ im Sinne der Abgabenordnung erfüllen. Diese Anerkennung erhalten Angelvereine in der Regel wegen ihres Einsatzes für Natur- und Umweltschutz vom zuständigen Finanzamt. Sofern gewünscht können wir zur Gründung Hilfe leisten.

Die Angelvereinsgründung ist insgesamt nicht schwierig, aber doch mit einem gewissen Verwaltungsaufwand verbunden. Ob sich dieser lohnt, muß abgewogen werden. In Betracht zu ziehen ist auch der Beitritt zu einem bestehenden Angelverein, selbst wenn dieser nicht am gleichen Ort ansässig ist. Wenn es vorrangig um den Bezug von LSFV-Erlaubnisscheinen zu günstigen Bedingungen geht, dann stehen dafür einige geeignete Vereine zur Verfügung und eine eigene Vereinsgründung ist nicht nötig.

Welchen Versicherungsschutz braucht ein Angelverein?

Der LSFV unterhält für alle seine Mitgliedsvereine eine Vereinshaftpflichtversicherung mit umfangreichen Leistungen, die alle offiziellen Vereinsveranstaltungen bis hin zu Jugendfreizeiten einschließt. Versichert ist selbstverständlich nur jenes Vereinsmitglied, das einen gültigen Sportfischerpaß mit entsprechender Beitragsmarke des aktuellen Jahres besitzt. Daß es sich um eine HAFTPFLICHTversicherung handelt bedeutet, daß diese Schäden erfaßt, die eine Person einer anderen zufügt.

Außerdem besteht über die Mitgliedschaft im Landes- und Bundesverband eine Rechtschutzversicherung für bestimmte fischereirechtliche und wasserrechtliche Angelegenheiten.

Zur weiteren Beantwortung dieser Frage ist zu klären, ob der betreffende Angelverein auch noch Mitglied im Sportverband ist, dann also Leistungen aus der sogenannten Sportversicherung beziehen kann. Diese umfaßt: Unfallversicherung (Schutz gegen die wirtschaftlichen Folgen schwerer, zum Tod oder zur Invalidität führender Unfälle, für die kein Dritter zur Verantwortung gezogen werden kann), Haftpflichtversicherung, Vertrauensschadenversicherung, Reisegepäckversicherung, Rechtschutzversicherung, Krankenversicherung (Versicherungsschutz für Unfälle, Krankheiten und andere im Vertrag genannte Ereignisse nach Vorleistung anderer Leistungsträger) sowie optional Zusatzversicherungen, so etwa eine Kfz-Zusatzversicherung. Für spezielle Fragen dazu sollten Sie sich direkt an das Versicherungsbüro beim LSV wenden, Tel. 0431 – 6486-140 oder -142, e-mail: vsbkiel@arag-sport.de.

NICHT in der LSFV-Mitgliedschaft enthalten ist ein Schutz vor Unfallschäden. Eine Unfallversicherung sollten Vereine daher bei Bedarf selbst abschließen, wenn sie nicht dem Sportverband angehören  und wenn er Angelveranstaltungen oder Fahrten ausrichtet, bei denen es zu Unfällen kommen kann. Die Versicherung übernimmt dann ggf. die finanziellen Folgen einer unfallbedingten Berufsunfähigkeit, Invalidität oder eines Todesfalles. Der LSFV bietet den Eintritt in einen Rahmenvertrag mit Großkundenrabatten zum Preis von etwa 50 Cent je Person und Jahr an.

Informationen aus erster Hand bietet unser Versicherungsmakler, Herr Dipl. Kfm. Markus Wilhelm (Wilhelm Finanzkontor GmbH, Andreas-Gayk-Str. 7-11, 24103 Kiel, Telefon 0431-661198-0, Telefax 0431-661198-28, mail@wilhelm-finanzkontor.de, https://wilhelm-finanzkontor.de).

Was haben die einzelne Anglerin und der einzelne Angler von der Mitgliedschaft in einem Verein des LSFV Schleswig-Holstein?

Zunächst einige Informationen zur Struktur des LSFV:

Nach unserer Satzung ist der LSFV die Interessenvertretung der schleswig-holsteinischen Angelvereine. Diese Angelvereine und die Kreissportfischerverbände sind ordentliche Verbandsmitglieder. Die Anbindung an den LSFV erfolgt für die einzelne Anglerin und den einzelnen Angler also mittelbar über die etwa 330 dem Verband angeschlossenen Angelvereine im Lande. Eine Übersicht über die LSFV-Vereine finden Sie über „Landesverband“ und „Kreisverbände“. Allerdings ist die Sortierung nach Kreisverbänden nicht immer hilfreich, da der Sitz einiger Vereine nicht zu der Kreisverbandszugehörigkeit paßt. So gibt es zwar den politischen Kreis Stormarn, aber keinen Kreisverband Stormarn im LSFV. Dort gelegene Angelvereine sind dann Mitglied eines anderen Kreisverbandes. Bitte fragen Sie bei konkretem Interesse nach.

Eine unmittelbare Mitgliedschaft für Einzelpersonen im LSFV ist derzeit nicht möglich. Zwar ist durchaus ein potentieller Nutzen durch die Erweiterung des Mitgliederkreises zu erkennen. Dieses könnte jedoch die Stellung der Vereine gefährden und den Anreiz einer Vereinsmitgliedschaft reduzieren. Das kann nicht der Wunsch des LSFV sein. Der Verband darf sich nicht zu einer Konkurrenz für seine Mitglieder entwickeln. Unser Aufbau hat sich in den vergangenen siebzig Jahren gut bewährt.

Nun zum Nutzen der Mitgliedschaft:

Wohl kein oder kaum ein anderer Fischereiverband, nicht einmal der Deutsche Fischereiverband, hat eine mit unserem LSFV vergleichbare personelle und technische Ausstattung der zentral in Kiel gelegenen Geschäftsstelle. Dipl. ing. agr. Dr. Dieter Bohn und Rechtsanwalt Robert Vollborn LL.M. bilden die Geschäftsführung des Verbandes. Damit können bereits gleichermaßen kompetent naturwissenschaftliche, fischereiwirtschaftliche, rechtliche und verwaltungsbezogene Angelegenheiten von unserer Zentrale bearbeitet werden. Zusammen mit Frau Schramm und Frau Fischer haben wir damit eine ausgesprochen engagierte und fähige Mannschaft, mit der wir die Zentrale des LSFV leiten, alle für uns relevanten Themen aufgreifen und schlagkräftig agieren und reagieren können. Hinzu kommt unser biologischer Sachverstand. Speziell für das Gewässersystem Nord-Ostsee-Kanal ist Dipl.-Biologe Rüdiger Neukamm ein engagierter Ansprechpartner für die dort ansässigen Vereine. Fischereiberater Dipl.-Biologe Martin Purps berät zu fischereibiologischen Themen aller anderen schleswig-holsteinischen Gewässer.

Auch technisch ist die Geschäftsstelle auf einem hohen Stand. Moderne Kommunikationsmöglichkeiten sind vorhanden und die EDV-Anlage erlaubt schon jetzt, visionär in die Zukunft zu blicken und Pläne für eine Einbindung aller Vereine in ein Intranet sowie die schnellstmögliche Weitergabe von Informationen und Daten zu machen.

Dabei ist es für uns von besonderer Bedeutung, zwar übergeordneten Verbänden anzugehören, aber bei der täglichen Arbeit von ihnen unabhängig zu sein. Alle Leistungen des LSFV sind solche des Landesverbandes. Eines zeitraubenden und stets auch mit weiteren Kosten verbundenen Umweges über einen Bundesverband bedarf es bei uns nicht. Nur in einem Landesverband können die Mitarbeiter wirklich kompetent landesspezifische Angelegenheiten bearbeiten. Ein Dachverband, der 16 Bundesländer mit dortigen Landesverbänden zu betreuen hat, kann einfach das notwendige Detailwissen nicht in gleicher Weise aufbringen – dafür sind die jeweiligen Rechtslagen und sonstigen Gegebenheiten zu verschieden.

Nennenswert sind auch die Verbandsgewässer, für die die Mitglieder sowie Gäste Erlaubnisscheine erhalten können. Mit dem Nord-Ostsee-Kanal, dem Elbe-Lübeck-Kanal, der Elbe zwischen Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern, dem Stolper See, Großer Plöner See, Westensee, Dobersdorfer See oder Schaalsee bestehen verbandsseitig unvergleichlich vielseitige Angelmöglichkeiten.

Fazit

Ob Natura 2000 und Wasserrahmenrichtlinie, ob Probleme mit der Vereinssatzung oder einem Pachtvertrag, ob Organisation und Durchführung von Fischereischeinprüfungen flächendeckend im ganzen Land einschließlich der Archivierung von Prüfungsunterlagen seit 1968, ob Gemeinschaftsangeln für Jung und Alt, an Eider und Ostsee oder eine versehentlich beschädigte Angelrute des Vereinskameraden – für alle Belange steht der LSFV seinen 38.500 Mitgliedern gerne, unkompliziert und schnell zur Verfügung, für insgesamt (einschließlich Kreis- und Bundesverbandsbeitrag) ca. 9,50 Euro im Jahr !

Eine Verbandsmitgliedschaft für Angelvereine lohnt sich immer! Sie werden keine andere Antwort erwartet haben. Die Probleme, die bei der Ausübung des Angelns auftreten können, sind so vielfältig, daß nur ein großer und leistungsfähiger Angelverband diese zu lösen helfen kann. Und bei dem Angelverband sollte es sich nicht um einen fernab gelegenen Bundesverband handeln, sondern um einen im eigenen Land. Denn Fischereirecht ist Landesrecht.

Nur als LSFV-Mitglied kann man teilhaben an der Arbeit des Verbandes. Als Mitglied ist man Bestandteil des Ganzen, kann mitgestalten und Einfluß nehmen. Der LSFV gehört damit zu den leistungsfähigsten Fischereiverbänden in Deutschland. Es macht Spaß, dazuzugehören!